Vereinsgeschichte


Erste Belege für die Ursprünge des Sterzhäuser Schützenwesens sind bereits im Jahre 1889 zu finden. In dieser Zeit existierte in Sterzhausen der sogenannte „Kriegerverein Sterzhausen“, welcher sich jedoch nach Ende des ersten Weltkrieges wieder auflöste. Die Fahne dieser Vereinigung hängt jedoch noch heute im Sterzhäuser Schützenverein aus und befindet sich – angesichts ihres Alters -  in einem beachtlich guten Zustand.

Der Schützenverein Sterzhausen wie man ihn heute kennt wurde am 01. November 1924 von einigen Sterzhäusern unter dem Vorsitz von einem  J. Schmidt. gegründet. Hier wurde sich zu Beginn des Vereins mit Freunden „Hinter den Weidenwiesen“ getroffen, um dem gemeinsamen Hobby (dem Schießsport) nachzugehen. Das Vereinsgelände bestand zu dieser Zeit aus mehreren aufgeschütteten Erdwällen sowie einer Holzhütte, welche den Mitgliedern als Unterstand diente.  Hier traf man sich in geselliger Runde unter freiem Himmel, unterhielt sich und ging aktiv dem Schießsport nach.

                                                                                                                                                                 © Schützenverein 1924 e.V. Sterzhausen

                                                                                                                                                                 © Schützenverein 1924 e.V. Sterzhausen

Als traditionellste Veranstaltung des Sterzhäuser Schützenvereines ist wohl das alljährlich stattfindende Königsschießen anzusehen. Bei diesem Ritual nehmen die Schützen einen hölzernen Adler unter Beschuss, um ihren treffsichersten Schützen zu finden. Bereits im Jahre 1930 wurde diese Veranstaltung erstmals durchgeführt und ein gewisser Heinrich Lindner Runzhäuser als Schützenkönig ermittelt.

Während des 2. Weltkrieges und der anschließenden Besatzungszeit galt in Deutschland ein strenges Verbot für den privaten Waffenbesitz. Dies  führte dazu, dass auch das Vereinsleben zum Erliegen kam und der Schießbetrieb eingestellt werden musste.

Erst mit der Gründung des Hessischen Schützenverbandes im Januar 1951 war es wieder dieser J. Schmidt, der seine Kammeraden zusammenrief, um dem Schützenverein zu neuem Leben zu verhelfen.  Zunächst übte man den Schießsport mit dem Luftgewehr auf einer kurbelbetriebenen Schießanlage aus, welche im Gasthof Kappeler installiert wurde. Nur kurze Zeit später schaffte sich der Verein ein Kleinkalibergewehr an, mit dem die Mitglieder erneut auf dem Gelände „Hinter den Weidenwiesen“ schießen konnten.

Im Jahr 1961 wurde unter dem Vorsitz von H. Süssmann begonnen ein eigenes Vereinsheim zu errichten. Dies war nur aufgrund der unvorstellbar enormen Leistungsbereitschaft der damals noch wenigen Mitglieder  möglich. Durch die Opferung von viel Freizeit, Eigenleistungen und Schweiß schafften sie schließlich ein erstes Gebäude, in dem Aufenthaltsraum und Luftgewehrstand beherbergt waren.

1964 wurde der Schützenverein 1924 e. V. dann offiziell in das Vereinsregister eingetragen und er erhielt seine erste Vereinssatzung. In den Folgejahren gelang es den Vereinsmitgliedern, den Verein stetig weiterzuentwickeln und auszubauen sowie neue Vereinsmitglieder zu gewinnen. Dies wirkte sich auch positiv auf die sportlichen Leistungen des Vereins aus. Die Sportgewehr-Disziplinen des DSB (Kaliber .22 l.r., Distanz = 50 m) konnten die Schützen auf der anderen Seite des Vereinsgebäudes auf einem Freiluftstand ausüben.

Um den sportlichen Ablauf weiterhin zu optimieren, wurde 1971 unter der Leitung  von Fritz Schüßler mit dem Bau eines separaten Luftgewehrstandes begonnen. Nach dessen Fertigstellung konnten nun acht Schützen (also 2 Mannschaften) gleichzeitig schießen und waren nicht mehr  dem Lärmpegel ausgesetzt, welcher oftmals im Aufenthaltsraum herrschte. Dies kam letztendlich auch der Konzentration der Schützen zu Gute.

Am 07.02.1984 fiel das Vereinsheim einer Hochwasserkatastrophe zum Opfer. Das Hochwasser kam im Vereinsgebäude erst bei einem Pegel von 1,50m zum Stehen, was ziemlich genau der Höhe der hölzernen Innenvertäfelung im heutigen Aufenthaltsraum entspricht. Aber auch diese Katastrophe wurde durch den vorbildhaften Einsatz der Vereinsmitglieder bewältigt und überstanden.

Durch den Aus- und Umbau der Kreisstraße 79 nach Michelbach wurde dem Schützenverein Sterzhausen 2001 auferlegt, seinen Kleinkaliberschießstand  einzuhausen, da der Verkehr nun unmittelbar hinter dem ehemaligen Kugelfang verlief. Dieses Projekt konnte nur dank fachlicher sowie wirtschaftlicher Unterstützung des Landes Hessen sowie der im Ort ansässigen Firmen und der enormen Eigenleistung der Vereinsmitglieder realisiert werden. Im Rahmen der Umbauaktionen erweiterte man das Vereinsgebäude so um einen Büro-, Kühl- und Umkleideraum sowie modernere sanitäre Anlagen.


Heute zählt der Schützenverein 1924 e.V. Sterzhausen mit seinen rund 100 männlichen und weiblichen Mitgliedern zu den  größten Vereinen in Sterzhausen. Er beabsichtigt zudem stets seine Angebote weiter auszubauen, um auch für neue Mitglieder attraktiv zu sein. Neben acht 10 m Ständen für Druckluftwaffen und fünf 50 m Ständen für Kleinkaliberwaffen bietet der Schützenverein auch mehrere Bogenstände im Außenbereich, auf denen die Schützen ihre Ziele auf eine Entfernung von bis zu 70 m beschießen können.


Private Luftaufnahme des Vereinsgebäudes im Oktober 2015                       © Schützenverein 1924 e.V. Sterzhausen

 


 

 

 

 

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